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Stahl

Vier Südburgenländer und ein Legionär aus Perchtoldsdorf machten sich 1996 recht blauäugig daran, in der heimischen Rockszene mitzumischen. Eine ebenso abstruse wie absurde Bandgeschichte (die trotzdem viele für bare Münze nahmen) und möglichst dämliche Künstlernamen - inspiriert von den Namen der Leserbriefschreiber der damals angesagten Illustrierten "Praline" und "Blitz-Illu" - waren schnell und nicht gerade nüchtern um den Bandnamen STAHL geschmiedet.
 
In den kommenden vier Jahren schrieben sie ein Stück österreichische Rockgeschichte, gipfelnd in der Veröffentlichung eines kleinen Klassikers, ihres Albums "Los Sagwas". Der Albumtitel ist eine Anspielung auf "Los del Río", die "Amigos" aus Spanien, die in den 1990ern mit ihrem Lied "Macarena" und vor allem wegen der damit einhergehenden Idioten-Choreo phänomenal und auf völlig unverständliche Weise erfolgreich waren - von wegen gute, alte Zeit ;-). STAHL wollten diesen Zug natürlich nicht verpassen und auf dieser Erfolgswelle mitsurfen. Der Name des Stahlwerks hatte zwar nicht die erhofften verkaufsfördernden Auswirkungen, die Punkrock-Lieder mit (sozial-)kritischen deutschen Texten fanden aber ihr Publikum.
 
Die wahre Stärke von STAHL waren jedoch ihre energiegeladenen, völlig überdrehten Live-Auftritte. Man spielte vor mehreren tausend Besuchern auf großen Festivals wie Donauinselfest, Forestglade Wiesen, im Rahmen der Superbike-WM in Spielberg und auf dem Hauptstadtfest St. Pölten, der Inform Oberwart (wo der Band ein damals noch nicht allzu bekannter DJ überschwänglich zu dem Auftritt gratulierte, der bald darauf mit "Anton aus Tirol" für Furor/e sorgen sollte), war erster Headliner des nunmehr regelmäßig ausverkauften PictureOn-Festivals in Bildein und hatte unvergessliche Auftritte vor oder mit Bands/Künstlern wie Alkbottle, Such a Surge, Megaherz (mittlerweile Eisbrecher), Freaky Fukin Weirdoz, The Bates, Sportfreunde Stiller, Heinz aus Wien, Naked Lunch, Paradise Now!, Hansi Lang uvm. Wer Ironie, Sarkasmus und Zynismus für Jupitermonde hielt, konnte nur wenig mit den Chaoten anfangen, alle anderen aber hatten mindestens genauso viel Spaß wie die Band selbst.
 
2001 war der Rock'n'Roll-Traum ausgeträumt. Seitdem gab es nur vereinzelte Konzerte zu besonderen Anlässen. 10 und 25 Jahre Bandbestehen wurden so gefeiert und sogar drei neue Singles - "Regen", "Superfan" und "Helden" - veröffentlicht. "Los Sagsnochmal" Vol. 1 und Vol. 2 waren Neueinspielungen des Originals, zeitgemäß produziert. Das Burning Stone 2025 ist nun wieder so ein besonderer Anlass und STAHL werden mit Liedern wie "Vera", "Tony & Andy", und "Positiv" ihr Album "Los Sagwas" lautstark in Erinnerung rufen. Ahja, Ironie, Sarkasmus und Zynismus sind übrigens Saturnmonde - dazu aber mehr am 6.9.2025 ;-)
 
 

Kulturland

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